Ismaninger Schloss

 

Ismaning, dessen Anfänge bis ins 6./7. Jahrhundert zurückreichen, wurde erstmals im Jahre 809 urkundlich erwähnt. Ein Schloss ist seit 1530 nachweisbar, es diente den Freisinger Fürstbischöfen bis zur Säkularisation 1802/03 als Jagd- und Sommerresidenz.

Unter Fürstbischof Johann Franz von Eckher wird 1716 das viertürmige Renaissanceschloss abgerissen und durch den Freisinger Hofbaumeister Dominikus Gläsl ein herrschaftlicher Landsitz im Stil des beginnenden Rokoko errichtet. Bei der Innengestaltung wirkt Johann Baptist Zimmermann entscheidend mit. Unter Eckhers Nachfolger, dem Bayernprinz Johann Theodor, entfaltet sich prunkvolles höfisches Leben in der Schlossanlage, mit Jagdgesellschaften, Konzerten und Festen im Park.

Nach der Säkularisation bleibt das Schloss zunächst unbewohnt, die prachtvolle Aussatttung wird ausgeräumt oder zerstört. Bis 1815 ist Ferdinand Freiherr von Hartmann Besitzer der Anlage. So wird 1807 der bedeutende Gartenarchitekt Friedrich Ludwig von Sckell in Ismaning tätig – der barocke Park weicht einem „Englischen Garten“.

1816 übernehmen er Stiefsohn Napoleons, Eugène de Beauharnais, und seine Gemahlin Auguste Amalie, Tochter des Bayerischen Königs Max I. Joseph, die Schlossanlage. Auch ihnen dient Ismaning als Sommerresidenz. Sie lassen das Schloss durch Leo von Klenze und dessen Mitarbeiter Jean Baptiste Métivier – ab 1836 Hofarchitekt der Familie – klassizistisch umgestalten. Die beiden Prunkräume im Schloss, im Stil der pompejanischen Malerei ausgestaltet, sind bis heute unverändert erhalten geblieben. Die Auswahl der Motive und ihre Einbindung in die dekorative Gestaltung zeugt von großer Kenntnis der antiken Wandmalerei.